SpaceOAR™

Für ein besseres Ergebnis bei der Prostatabestrahlung: Ziel des SpaceOAR™ -Systems ist es, während der Bestrahlung der Prostata temporär einen Abstand zwischen Prostata und Rektumvorderwand zu schaffen, um die Strahlendosis auf das Rektum erheblich zu verringern. SpaceOAR™ bildet in situ einen Abstandshalter (Spacer) aus einem Polyethylenglykol (PEG)-Hydrogel. Dieser synthetische Spacer ist wasserlöslich, weder toxisch noch immunogen und bildet sich bei simultaner Injektion des Vorstufenmaterials (Precursor) und des Reaktionsbeschleunigers (Accelerator) zwischen Prostata und Rektum aus.

Warum soll das SpaceOAR™-Hydrogel
eingebracht werden?

Bei der Strahlentherapie geht es darum, möglichst viel Strahlung auf die Prostata, aber möglichst wenig auf das gesunde umgebende Gewebe einwirken zu lassen. Wie aus der Abbildung ersichtlich, liegen Prostata und Enddarm sehr eng aneinander und sind normalerweise nur durch einen engen Spalt voneinander getrennt. Deswegen kann bei einer Bestrahlung der Prostata der Enddarm ungewollt geschädigt werden.

Was ist das SpaceOAR™-Hydrogel
und was bringt es mir?

Mit SpaceOAR™-Hydrogel, einer gelartigen Substanz, wird die Prostata für die Dauer der Strahlentherapie vorübergehend vom Enddarm abgehoben, wodurch der Enddarm eine geringere Strahlendosis erhält. Durch den Abstand, den SpaceOAR™-Hydrogel zwischen Enddarm und Prostata schafft, können Strahlenschäden am Enddarm reduziert oder sogar verhindert werden. Außerdem kann der Arzt möglicherweise die Strahlendosis auf die Prostata erhöhen, so dass der Tumor gezielter und effektiver behandelt werden kann.

Woraus besteht das Gel und ist es unbedenklich?

SpaceOAR™-Hydrogel besteht aus zwei Flüssigkeiten. Wenn diese zusammengebracht werden, bildet sich ein weiches gelartiges Synthetikmaterial, das überwiegend Wasser enthält und deshalb als „Hydrogel“ bezeichnet wird. Das Material, aus dem SpaceOAR™-Hydrogel besteht, wurde bereits mehr als 2.000.000 Mal erfolgreich auch für andere medizinische Zwecke in den Körper eingebracht, beispielsweise bei Operationen an Gehirn oder Wirbelsäule zur Abdichtung des Gehirn- bzw. Rückenmarkwassers. Studien haben gezeigt, dass das Material biokompatibel ist und unbedenklich im Körper eingesetzt werden kann.

Wo wird der Eingriff durchgeführt und wie lange dauert er?

Üblicherweise wird der Eingriff in einem Krankenhaus oder Operationszentrum durchgeführt und dauert meist weniger als eine halbe Stunde.

Wie wird das Gel eingebracht?

SpaceOAR™-Hydrogel wird mit einem sogenannten minimal-invasiven Eingriff zwischen Enddarm und Prostata eingebracht.

Ist eine besondere Vorbereitung für den Eingriff nötig?

Für das Einbringen von SpaceOAR™ ist an sich keine besondere Vorbereitung erforderlich, aber Sie werden möglicherweise individuelle Anweisungen von Ihrem Arzt dazu erhalten.

Bin ich bei dem Eingriff wach oder in Narkose?

Der Eingriff wird in der Regel unter Narkose durchgeführt. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, welche Narkoseform für Sie am besten geeignet ist.

Wie lange bleibt das Gel in meinem Körper?

Der Abstand zwischen Prostata und Enddarm – und somit die Schutzwirkung von SpaceOAR™ während der Strahlentherapie – bleibt etwa 3 Monate lang erhalten. Nach ca. 6 Monaten, d. h. lange nach Ihrer letzten Bestrahlung, hat sich das Gel auf natürlichem Wege vollständig aufgelöst.

Ist der Eingriff für mich mit Schmerzen oder Beschwerden verbunden?

Während des Eingriffs werden Sie durch die Narkose in den Schlaf versetzt. Nach dem Eingriff können Sie evtl. einen leichten Druck im Injektionsgebiet verspüren, wesentliche Beschwerden sind aber nicht zu erwarten.

Wann kann ich meine üblichen Aktivitäten wieder aufnehmen?

Es ist davon auszugehen, dass Sie Ihre üblichen Aktivitäten sofort wieder aufnehmen können. Fragen Sie aber auf jeden Fall Ihren Arzt, ob Sie irgendwelche Einschränkungen im Zusammenhang mit der Strahlentherapie beachten müssen.

Muss ich das Hydrogel selbst zahlen?

SpaceOAR™-Hydrogel wird in den Kliniken erstattet. Für die Behandlung in einer Ambulanz können Sie einen individuellen Antrag auf Erstattung bei Ihrer Krankenversicherung oder Kasse stellen. Von vielen privaten Krankenversicherungen und der Beihilfe wir SpaceOAR-Hydrogel und das Verfahren ebenso erstattet. Eine einheitliche Erstattungsregelung der gesetzlichen Krankenkassen im niedergelassenen Bereich gibt es zur Zeit noch nicht, ist aber in Bearbeitung. Sie sollten in jedem Fall einen Antrag auf Kostenerstattung stellen.

KOMPETENZZENTREN FÜR SpaceOAR® ANWENDUNGEN

Strahlentherapie Urologie
Gemeinn. Sbg. Landeskliniken
Müllner Hauptstr. 48, 5020 Salzburg (Österreich)
Prof. Sedelmayer Dr. Stephan Hruby
Heinrich-Braun-Klinikum gGmbH
Karl-Keil-Str. 35, 08060 Zwickau
Dr. Boicev Dr. Singer
Klinikum Ernst von Bergmann gGmbH
Charlottenstr. 72, 14467 Potsdam
Frau Dr. Koch Dr. Wille
Klinikum Frankfurt Oder GmbH
Müllroser Chaussee 7, 15236 Frankfurt (Oder)
Dr. Reinhard Wurm Dr. Sören Promnitz/Dr. Dmitri Reznikov
Helios Kliniken Bad Saarow
Pieskower Str. 33, 15526 Bad Saarow
Dr. med. Stephan Koswig Priv.-Doz. Dr. med. Thorsten Ecke/Dr. Lange
Helios Klinik Schwerin
Wismarsche Str. 393-397, 19055 Schwerin
CA Dr. med. Dipl. Phys. Heinrich Annweiler Thomas Marin
Ammerland Klinik GmbH
Lange Str. 38, 26655 Westerstede
Dr. Hermann Nikolaos Papageorgio
Evangelische Kliniken Gelsenkirchen GmbH
Munckelstr. 27, 45879 Gelsenkirchen
Dr. Galalae Dr. Petry/Dr. Eggert/Dr. Pietrowski
Paracelsus Klinik Osnabrück
Am Natruper Holz 69, 49076 Osnabrück
Dr. Mechelhoff
Strahlentherapie Dres. med. Spira u. Weise
Buchforststr. 14, 51103 Köln
Dr. Spira/Dr. Weise Dr. Neubauer
Bergisch Gladbacher Kliniken
Dr.-Robert-Koch-Str. 18, 51465 Bergisch Gladbach
Dr. Metz Dr. Machtens
Universitätsklinikum Aachen
Pauwelsstraße 30, 52074 Aachen
Prof. Pinkawa
Städtisches Klinikum Neunkirchen gGmbH
Brunnenstr. 20, 66538 Neunkirchen
Dr. med. Alloussi
Westpfalz Klinikum GmbH
Hellmut-Hartert-Str. 1, 67655 Kaiserslautern
Dr. Eveline Marasas Dr. Tzavaras
Diakonie Klinikum Stuttgart
Rosenbergstr. 38, 70176 Stuttgart
Dr. med. Dr. rer. nat. Patrizia Marini Dr. Mundhenk
PD Dr. med. Christian Weißenberger
Wirthstr. 11 c, 79110 Freiburg
PD Dr. med. Christian Weißenberger Dr. Carl/Dr. Andreas
Kreiskrankenhaus Emmendingen
Gartenstr. 40-44, 79312 Emmendingen
aus Freiburg Dr. Carl/Dr. Andreas
More Space – More Dose (PDF)

Hydrogel-Spacer bei dosiseskalierter, intensitatsmodulierter Radiotherapie lokal begrenzter Prostatakarzinome

Peer Reviewed Papers

First report of transperineal polyethylene glycol hydrogel spacer use to curtail rectal radiation dose after permanent iodine-125 prostate brachytherapy. “Beyond the Abstract”
Beydoun N, published September 30, 2013 UroToday.com

Linac based SBRT for prostate cancer in 5 fractions with VMAT and flattening filter free beams: preliminary report of a phase II study
Alongi F, et al. Radiat Oncol. 2013; 8: 171

Preclinical investigations towards the first spacer gel application in prostate cancer treatment during particle therapy at HIT
Ruciński A, et al. Radiat Oncol. 2013 Jun 6; 8:134

First report of transperineal polyethylene glycol hydrogel spacer use to curtail rectal radiation dose after permanent iodine-125 prostate brachytherapy
Beydoun N, et al. Brachytherapy. 2013 Feb 28

The effect of anterior proton beams in the setting of a prostate-rectum spacer
Christodouleas JP, et al. Med Dosim. 2013 Apr 8

A multi-institutional clinical trial of rectal dose reduction via injected polyethylene-glycol hydrogel during IMRT for prostate cancer: Analysis of dosimetric outcomes
Song DY, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys – 2013 Feb 12 Epub ahead of print

Prospective evaluation of a hydrogel spacer for rectal separation in dose-escalated intensity modulated radiotherapy for clinically localized prostate cancer
Eckert F, et al. BMC Cancer 2013, 13:27

Low rectal toxicity after dose escalated IMRT treatment of prostate cancer using an absorbable hydrogel for increasing and maintaining space between the rectum and prostate: Results of a multi-institutional phase II trial
Uhl M, et al. Radiotherapy & Oncology –2013 Feb;106(2):215-9

Spacer stability and prostate position variability during radiotherapy for prostate cancer applying a hydrogel to protect the rectal wall
Pinkawa M, et al. Radiotherapy & Oncology – 2013 Feb;106(2):220-4

Quality of life after intensity-modulated radiotherapy for prostate cancer with a hydrogel spacer : Matched-pair analysis
Pinkawa M, et al. Strahlenther Onkol. 2012 Oct;188(10):917-925. Epub 2012 Aug 31

Intensity modulated proton and photon therapy for early prostate cancer with or without transperineal injection of a polyethylene glycol spacer: a treatment planning comparison study
Weber DC, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2012 Nov 1;84(3):e311-8

Application technique: placement of a prostate-rectum spacer in men undergoing prostate radiation therapy
Hatiboglu G, et al. BJU Int. 2012 Jul 12

High-dose-rate brachytherapy for prostate cancer in a previously radiated patient with polyethylene glycol hydrogel spacing to reduce rectal dose: Case report and review of the literature
Nguyen PL, et al. Brachytherapy. 2013 Jan;12(1):77-83. Epub 2012 Apr 28

Application of a spacer gel to optimize three-dimensional conformal and intensity modulated radiotherapy for prostate cancer
Pinkawa M, et al. Radiotherapy & Oncology. 2011 Sep;100(3):436-41. Epub 2011 Sep 29

Effects of prostate-rectum separation on rectal dose from external beam radiotherapy
Susil RC, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2010 Mar 15;76(4):1251-8. Epub 2009 Nov 24

Abstracts – SpaceOAR Hydrogel

Phase I study of Stereo-Ablative Radiotherapy with the use of SpaceOAR hydrogel as Definitive Treatment of Prostate Cancer. Preliminary Experience.
Download Poster →
A. Tagliagambe et al. Presented at ASTRO 2013 International Journal of Radiation Oncology * Biology * Physics Vol. 87, Issue 2, Supplement, Page S370

Learning Curve in the Application of a Hydrogel Spacer to Protect the Rectal Wall During Radiation Therapy of Localized Prostate Cancer
M. Pinkawa, et al. Presented at ASTRO 2013 – International Journal of Radiation Oncology* Biology * Physics , Volume 87, Issue 2, Supplement , Page S348, 1 October 2013.